day 5

Posted on July 8th, 2017 by Schrüppe McIntosh
  1. Obwohl wir früh aufgestanden sind, (und gestern Abend schon alles vorbereitet war) ist es doch schon wieder 12:30h bevor wir richtig fertig sind.

Kurz bevor wir unser Ziel erreichen, fällt Vincent auf, dass das keine Weltreise wird (für die wir gepackt haben- sogar die Bettdecken, die Matratze und der Grill sind dabei) sondern wir in sein 85km entfernten Heimatdorf fahren, wo er jeden Stein und jeden Baum kennt. Man spricht als Deutsche die Ortsnamen halt einfach ein bisschen anders aus. Und Google Maps hat uns gefühlt durch die staubigsten Strassen überhaupt geschickt. Ein Meter tiefe Einschnitte mitten auf der unbefestigten Strasse sind hier keine Seltenheit. Man konnte nur ahnen, wo man sich befand. Ich bin sehr dankbar über die Bauweise der alten Autos, die das mitmachen. Als Vincent auffällt, wo wir sind, ist unser Gepäck eigentlich schon total überflüssig. Jeder kennt ihn hier und jeder ist beleidigt, wenn er woanders schläft...

Wir haben unser Zelt in Madidi bei Freunden aufgeschlagen. Und werden unglaublich nett empfangen und bewirtet.

Von dort aus geht es im Licht der untergehenden Sonne auf die Suche nach dem Ndebeledorf in Mapoch. Ich bin wirklich so richtig aufgeregt, weil ich mich so freue. Vorab habe ich Bücher über die Ndebele gelesen und unglaublich schöne Bilder und Videos gesehen. Und jetzt werde ich das in echt sehen...

Wir verfahren uns mehrere Male auf den staubigen namenlosen Strassen, bevor wir die richtige Abzweigung finden. Ich dachte, dass das Dorf irgendwo im Nirgendwo stehen und leicht zu finden wäre, aber nur wenn man genau hinsieht, bemerkt man es überhaupt. Es reiht sich nahtlos zwischen die Häuser und Hütten ein. Die Farben sind verblichen und bis auf ein einen Vierjährigen, der vor einem Haus spielt, ist weit und breit kein Mensch zu sehen...

Dann kommt vom anderen Ende des Dorfes Johanna auf uns zu gespurtet.

Die Webseite wurde nicht mehr aktualisiert, unter den Telefonnummern war niemand zu erreichen. Ich wusste also, dass es hauptsächlich Erwartungen sind mit denen ich hierher fahre ...

Trotzdem bin ich sehr enttäuscht, weil ich gar nicht dazu komme zu erklären, was mein Anliegen ist. Einzig interessant ist, was wir an Geld dabei haben.

Das macht mich aufgrund meiner hohen Erwartungen sprachlos, aber das bringt mich in einen unglaublichen Zwiespalt. Ich stehe anscheinend Jemandem gegenüber, der von der Hand in den Mund lebt und noch etliche Leute mitversorgen muss. Und alles für Geld tut und so selten Gäste hat, dass hier die Chance gekommen zu sein scheint. Das gemeinschaftliche Leben und Arbeiten , dass sich auf der Webseite angekündigt hat, ist hier jedenfalls nicht zu finden. Aber das lässt sich mit einem Anruf arrangieren....

 

Wir beschließen zu gehen. Das einst schillernde Dorf scheint mit den Tod des leitenden Pastors sich selbst überlassen und zugrunde gegangen zu sein. Und das in einem Ort in dem es seit Ewigkeiten nicht geregnet hat (kein fließend Wasser, kein Tourismus) nicht zu stemmen..


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