day 29

Posted on August 1st, 2017

Wir machen uns wieder auf zum Hillcrest Aids Centre Trust, wo uns Paula in einem solche farbenfrohen Outfit entgegentritt, dass nicht nur ich ihr hinterher pfeife.

Sie gibt uns im Interview einen Überblick über das Projekt, die Entwicklung und die Pläne für die Zukunft. Das Projekt agiert so vielseitig, dass ich immer wieder Dinge erfahre, die ich noch nicht wusste. Im Anschluss wollen wir verschiedene Stationen besuchen- wir beginnen mit dem Perlenladen, der sich auf dem Gelände befindet und auf den ersten Blick gut sortiert ist, aber gar nicht so außergewöhnlich erscheint. Spannend wirds aber, wenn man weiß dass hier ein System eingeführt wurde, dass es ermöglicht, dass die Frauen die Perlen nach den georderten Teilen, die sie fertigen werden abholen und diese nicht sofort bezahlen, sondern einen "Kredit", der mit den fertigen Stücken verrechent wird. So ist es möglich, dass auch Frauen einsteigen können, die kein Geld haben. Es gibt hier Samples nach denen gearbeitet wird, aber es gibt auch Farbberatungen und Kundenwünsche fließen ein. Wir haben Glück und treffen auf Jabo, eine der Beadworkerinnen von Hillcrest ( Jabu Mthemby ?- 073 4226609)erklärt sich spontan für ein Interview bereit und stellt uns die "Traveller" vor. Dabei handelt es sich um kleine Figuren, die als Brosche oder als Sammelobjekt funktionieren und gern im Shop gekauft werden. Diese kleinen Puppen gibt es in unzähligen Ausführungen. Jede erzählt ihre eigene Geschichte- und jede Frau entwickelt eigene Figuren- werden diese verkauft, dann geht der Gewinn direkt zur Person zurück. Diese Puppen erzählen gnaz unterschiedliche Geschichten und man kann seine Lieblingspuppe finden. Jabu zeigt uns ihre - eine stellt eine der Frauen dar, die ihr Feuerholz auf dem Kopf nach Hause trägt, eine andere trägt ein großes Herz vor sich her. Jabu ist die Einzige, die diese Puppe in der Form fertigen darf. Wenn sie erzählt, dann wird klar, wieviel Liebe in diesesn kleinen Mitbringseln steckt, und wieviel sie den Frauen bedeuten- mit dem Verkauf ändert sich mitunter eine komplette Lebensgeschichte.

Im Anschluss gehen wir in den Shop, der sich auf drei Räume aufteilt und durchgehend gut besucht ist. Wir dürfen eine der VerkäuferInnen interviewen und auch sie erzählt uns, wie der Laden sie verändert hat- und sie dazu inspiriert hat selbst handwerklich aktiv zu werden. Normalerweise mag ich Shops überhaupt nicht, aber hier wird klar, dass man nicht nur ein Produkt kauft, sondern dass man Leben verbessert. Irgendwie hab ich mir immer gewünscht, dass das genauso läuft, aber soviel Transparenz geht auch ganz schön an die Emotionen. Es verändert die Sicht auf den Erwerb eines Produktes. Hier stecken richtig viele Geschichten auf kleinstem Raum. Und es ist etwas total anderes, wenn die VerkäuferInnen die Crafter persönlich kennen und begleiten und dem Käufer davon erzählen können. Hierher zu kommen ist unglaublich schön.

Wir ziehen weiter- es gibt viele spannende Leute auf dem Gelände- wir wollen unbedingt Frank, den Töpfer interviewen- er hat eine eigene Technik entwickelt und verbindet diese mit traditionellen Mustern. Leider hat er keine Zeit- für den Fall, dass ihr Hillcrest besuchen könnt- er arbeitet in einer Ecke der Textilwerkstatt. An diesem Tag sind dort die großen Tische mit vielen bunt bemalten Stoffen ausgelegt und wir treffen eine Frau, die vor 30 Jahren nach Südafrika ausgewandert ist. Ein ganz seltsames Gefühl hier deutsch zu sprechen. Sie hilft einmal die Woche beim bemalen der Stoffe- sie tupft die Punkte mit einem Wattestäbchen auf die Tiermotive. Zum Abschluss treffen wir den Jüngsten der Anwesenden: Klaf (? mit den Namen bin ich mir nie sicher) wir haben ihm beim letzten Besuch schon in der Upcyclingwerkstatt getroffen- er schneidet aus Flaschen Gläser zu, die dann als 6er Pack im Laden erhältlich sind. Diesmal befragen wir ihn- dann müssen wir dringend los. Wir sind schon mehr als eine Stunde hinter unserem Zeitplan. Und dann möchte ich noch erwähnen, dass Michelle noch einmal kam, weil sie mir ein Buch passend zu meiner Recherche gekauft hatte. Gold, die Frau!

 

 


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