day 3

Posted on July 6th, 2017 by Schrüppe McIntosh

Es ist schon nach 14 Uhr und wir sind aus dem Lebos Backpacker Hostel ausgecheckt, was einfach nur heißt, dass unser Office jetzt in den Innenhof verlegt ist. Es wird langsam ein running Gag, dass wir das Hostel verlassen...

Der ursprüngliche Plan war es sich Kliptown anzusehen. Nachdem Vincent das gestern als "sad place" beschrieben hat, habe ich das gestern Abend doch gegoogelt. Das ist die Art Africa, die wehtut und in die man als Tourist nicht geht. Würden wir ohne Vincent auch nicht tun. Blech Hütten, die sich zu stapeln scheinen und Müll- das sind die Fotos von Kliptown, die ich ausschließlich gefunden habe. Andererseits schafft aber auch vielleicht genau das Verständnis für die Dinge, die hier einfach anders laufen.

Ursprünglich wollten wir uns dann nachmittags auf den Weg nach Mapoch machen, um ein Ndebele Dorf anzusehen und dort zu übernachten. Das wird definitiv ein Abenteuer. Die Webseite wurde das letzte Mal 2012 aktualisiert, keine der unzähligen Nummern ist noch erreichbar. Nichts mit deutscher Planungssicherheit und Vorsichtshalber lieber vorbeugen. Vincent ist seit 12uhr unterwegs, um sein Auto fahrtüchtig zu machen, sein Zelt zu holen und Campingbedarf dazu zu borgen. Notfalls dann heute draussen.

Das Internet ist hier in einigen Gegenden noch gar nicht angekommen. Wir sind mit Chicko unserem Fahrer vorgestern an einsamen nächtlichen Ecken vorbei gekommen an den augenscheinlich Leute herumgelungert haben. In Wahrheit war das aber ein free wifispot und alle laufen dorthin, um auf dem aktuellen Stand und in Kontakt miteinander zu bleiben. Ansonsten funktioniert der Buschfunk hier erstaunlich gut und es ist nicht selten, dass Jemand von Tür zu Tür läuft, um nach Jemanden zu fragen. Es passiert, dass Menschen Wochen oder Monate, manchmal sogar Jahre damit zubringen Jemanden zu finden.

Vincent wird mit uns kommen. Normalerweise Bucht man sich einen Fahrer über Uber, weil die öffentlichen Verkehrsmittel billig, aber sehr langsam und umständlich sind. Sobald es dunkel wird, sieht man Jugendliche Zugsurfen, bisher fand ich das schon ganz schon abschreckend Jemanden zu sehen, der halb aus der Tür gequetscht bei voller Fahrt in die Landschaft guckt.

.... Bisher ist es heute noch sehr ruhig, bewölkt und sehr deutsch, weil neue Gäste angereist sind. Anscheinend sucht hier jeder nach Rezensionen im Netz und landet dann hier ;)

Heute werde ich das erste Mal im Linksverkehr fahren. Das wird ein schweisstreibender Spaß für alle Beteiligten. Ich habe nämlich noch nicht verstanden , wie das mit den Kreiseln läuft. Alle Hupen und Drängeln -auf keinen Fall wird man langsamer!! Und es ein Wunder, dass es nicht dauernd knallt, so oft, wie sich aus dem offenen Fenster heraus per Handzeichen entschuldigt wird. Rechts abbiegen funktioniert so, dass man in die Mitte der Kreuzung fährt und wartet, dass der Gegenverkehr anhält und die Fußgänger ausweichen. Oder vielleicht macht das auch nur Vincent so.

 


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