day 24

Posted on July 28th, 2017 by Schrüppe McIntosh

Wir hatten spontan beschlossen in Botshabelo zu übernachten. Und dann noch eine weitere Nacht angehangen. Und wir haben trotzdem nicht alles gesehen. Das Gebiet ist so riesig, dass es total schwer zu erfassen ist. Auch die Geschichte geht weit zurück. Ich versuche mal wieder zu geben, was mir von unterschiedlichen Leuten vor Ort erzählt wurde.
Mit dem Wechsel der Regierung wurde den vertriebenen Ndebele ihr Land zurück gegeben. Allerdings waren sie damit auch direkt auf sich allein gestellt, weil es nun als Privatgrund galt.Die Häuser die hier stehen sind von den Berlin-Missionaren 1858 erbaut worden. (Ich möchte an dieser Stelle mal nichts dazu schreiben, was ich vom Christentum seiner Missionierungstätigkeit halte)

Die Häuser stehen auf jeden Fall noch. Auch die erste Kirche (die neue Große steht direkt daneben) ist noch erhalten. Bis 1979 wurde hier in der eigenen Schule (Primaryschool, Highschool, College) unterrichtet. Jeder Missionar hat sich (natürlich) sein eigenes Haus erbaut. Auch der Pastor hat ein Haus mit unglaublicher Deckenhöhe und Größe- mit eigenem Zugang in die Kirche, einer Garage und einer Gartenanlage. Hier steht wirklich ein Dorf aus längst vergangener Zeit- und gefühlt gibt es noch etliche Ruinen, die von vergangener Besiedelung zeugen. Es gibt einen Fluss und dahinter das Ndebeledorf. Einige Häuser sind seit dem Dezember letzten Jahres schon renoviert und neu bemalt worden. Aktuell kann man aber auch noch den Zustand sehen, in dem die Häuser davor waren.

Dieser Ort wird gerade wieder zum Leben erweckt. Das heisst vor allem Putzen. Innen und außen. Dafür gibt es eine handvoll Leute und Security. Ich denke, dass die meisten hier so wie Lot unendgeldlich arbeiten, damit es voran geht, damit die Ndebele Leute wieder genug zu tun haben, um in Arbeit zu kommen und damit man die Zeit nicht absitzt.

Es gibt auch eine neue Struktur. In Afrika haben wir das sehr oft gehört- man gibt Jemandem Geld für die Renovierung und der ist dann einfach weg. So ist es auch hier in den 90ern passiert. Deshalb lag das jahrelang mehr oder minder brach und einige der Häuser haben Risse und die Terassen und Geländer sind in schlechtem Zustand....im Netz gibt es etliche Berichte von enttäuschten Besuchern. 

Ich allerdings fand es toll in einem uralten Haus mit Sitzwanne und knarzenden Dielen zu übernachten. Auch wenn es kalt war.Die Einrichtung ist noch spartanisch, die Reparaturen notdürftig, weil man auf Geldgeber und Investoren wartet, um hier durchstarten zu können.

Unglaublich viele Tiere gibt es hier. Dieser Vogel- Hadade Ibis- (der ungefähr so beliebt ist, wie die Tauben in Deutschland ) ich bin bin ja sehr großer Fan- er schreit wirklich wie hysterisches Groupie- mir macht das gute Laune), aber auch Fledermäuse, Affen (die wirklich am Leben der Arbeiter teilhaben, Katzen, Hunde, Zebras, Kühe. Dazu das weiter hügelige Land und die Sonne. Unfassbar schön.

Früher konnte man hier Reiten, es gab Fahrradtouren und Wanderungen. Die Wege gibt es noch, aber Niemanden mehr, der die Touren anbietet. 

Es gibt eine Jugendherberge, zwei ausgestattete Rundhäuser, Appartments. Mehrbettzimmer (170 Betten?) und einen Campingplatz. Quellwasser. Leute die nur darauf warten hier Jobs anzutreten, um auf das Land zurück zu kommen. Eigentlich ist alles da, um langsam zu starten- bis auf Internet und Telefon- um das Irgendjemand bekannt geben zu können. Wer helfen will, ist hier gern gesehen. Hier fehlt ein Konzept, die Verbindung nach außen und Werbung.

Ich denke ohne Erwartungen hierher zu kommen, war das Beste was uns passieren konnte. Für Backpacker und Selbstversorger ist es hier unglaublich günstig und schön. Die Nacht kostet (noch) R70 pro Person. Winter ist ja immer Off Season, aber der Winter in Afrika ist mehr oder weniger ein gelungener deutscher Sommer.

Unser Interview mit Dina.

Patrick/ich untereinander in deutsch- ich zu Lot in englisch, Lot zu Dina in Stammessprache ( das ist dann ein Sprachengemisch aus unterschiedlichsten Sprachen- ein bisschen Afrikaans verstehe ich- Penny ergänzend zu Lot- Dina antwortet, sieht mich an- ich sehe Lot an, der übersetzt es mir zurück. Auf die Art ist alles sehr langsam und es ist wirklich schwer nachzufragen und sicher zu sein, dass die Antwort ausführlich sinngemäß übersetzt wurde.

 


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