day 2

Posted on July 5th, 2017 by Schrüppe McIntosh

Wir haben noch eine Nacht in Lebo`s Backpacker Hostel dran gehängt, um uns besser zu sortieren und eine Planung auf den Weg zu bringen. Das ist aber überhaupt nicht einfach, weil es soviel Ablenkung gibt. Es ist einfach paradisisch hier und es fällt schwer an all die anderen Dinge zu denken, die nicht just in diesem Moment passieren. Wir sind von unglaublich netten Menschen umgeben. Vincent ist einer von Ihnen. Gestern Abend haben wir ihn am Lagerfeuer kennengelernt und heute sind wir in seinem (deutschen) Auto durch Soweto gefahren. Ich muss ja zugeben, dass ich ein bisschen Angst davor hatte mich in Soweto zu verlieren. Es ist einfach riesig. Die offiziellen Zahlen sprechen von 2.5 Mio Menschen, inoffiziell sind es mindestens die doppelte Anzahl.

 

Die Sehenswürdigkeiten:Villagasi – Straße, Mandela Haus, der Markt gegenüber dem Hector Pieterson Museum und meine erste Tanzshow vor einem Restaurant. Vor diesem Moment hatte ich Angst- die Tänzer in traditionellen Kleidungen werden mehr oder weniger von den Touristen mit Geld beworfen. Das ist mir mehr als suspekt. Man kann es sich wirklich so vorstellen, dass die Touristen am Strohhalm ihre Cola schlürfen, dann das Handy für ein paar Bilder oder Videos rausholen und bestenfalls- wie heute gesehen- mittanzen.

 

Zwei Jungs von denen ich mir sicher bin, dass ich sie schon von Youtubevideos kenne, haben uns heute ungefragt ihren Sowetosong gesungen und dafür Geld verlangt. Und die Ausrede, dass wir gar nichts gewechselt haben, hat uns übrigens gar nichts genutzt. Auf uns wurde einfach hinter der Wechselstube gewartet...

 

Das war schon sehr aufregend in Soweto, weil wirklich Jede(r) Vincent kennt, ihn anruft und grüßt.

Vincent hat uns heute zum Kwa. Khayalendala (Credo Mutwa Cultural Village) gebracht. Auf dem Weg wurde er auf der Straße angerufen und wir haben kurzerhand einen spazierenden Freund von ihm mitgenommen.

Wenn man am Cultural Village dort ankommt, fährt man erstmal auf ein großes Grundstück auf dem unzählige Kinder spielen. In der Ferienzeit und am Wochenende gibt es hier für die Kinder aus den Townships ein Theater. Unter Anderem soll ihnen die Gemeinschaft und das Spiel helfen ihre Alltagsprobleme anzusprechen und zu lösen.

 

Für das Cultural Village gibt es das Angebot einer geführten Tour. Es gibt zwar auch Schilder, aber ohne den Guide hätte ich mir daraus kaum etwas herleiten können. . Vom Guide erfährt man von Soweto als ältestem Township (Townshit) Südafrikas, Oppenheimer und dem Turm, von dem sich ganz Soweto überblicken lässt. Früher dazu da die Townshipbewohner zu kontrollieren, heute unliebsames Mahnmal, dass von Ehrenamtlichen betreut und gepflegt wird, um deren Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die 94 Stufen stehen für die Anzahl der Townships.

 

Überhaupt ist das Credo Cultural Village ein Ort der Geschichte(n). Aktuell wird hier renoviert und es ist eigentlich geschlossen, aber mit ein bisschen Glück trifft man trotzdem auch spontan Jemanden, der erklären kann. Ich war das erste Mal in einer traditionellen Hütte – und hätte mir das ganz anders vorgestellt. Außerdem haben wir ein paar Kinder beim Trommeln üben gesehen und gehört. Es wird eigentlich durchgehend gesungen. 

Es gibt Kurse für Kinder, aber auch für ältere Leute.

 

Die 5 Menschen, die mit Lebo Sello hier arbeiten, unterstützen auch noch andere Projekte. Aktuell ist die Webseite noch im Aufbau, aber mehr Infos gibt es unter  townshiptheaterpro@gmail.com

 

 

991 Magoeng Street

Central Wersten Tabauu

P.O. Kwa-Xuma 1868

+27788102664

 

 https://vimeo.com/224813105

Lebo Sello  


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