day 18

Posted on July 24th, 2017 by Schrüppe McIntosh

Wir sind seit 4:30h am Flughafen in Johannesburg. Jetzt ist es 8:10h. Und wir zwar supermüde, aber keinen Schritt weiter. Unser Plan war es die Stadt mit einem Mietauto verlassen zu haben, bevor der Berufsverkehr startet. Nachts ist der Highway nämlich nahezu leer. Und wir haben ein interessantes Treffen in Limpopo, ca. 300km entfernt von Johannesburg vor uns.

Wir haben das nötige Geld auf der Bank, wir hätten es also auch als Barzahlung parat, aber die Autovermietung möchte es von der Kreditkarte abbuchen. Das sollte auch kein Problem sein, schließlich ist das Limit erst zur Hälfte erreicht. Es ist aber ein Problem, weil sie abgelehnt und der Service der Sparkasse nicht erreichbar ist. Auch der Vermittler der Autovermietung verweist unter der Notrufnummer nur auf die regulären Öffnungszeiten, was ein echter Witz ist. Wir sitzen also weiterhin da und warten auf das, was sich Service schimpft-

Was für ein Start in den Tag....

Nachtrag: Es hat fünf Stunden gedauert das Auto abholen zu können. Das Problem- Abgänge von der Kreditkarte werden zwar vorgemerkt, aber dem Kunden nicht angezeigt. Am Wochenende passiert in der Sparkasse nichts (Bemerkung am Telefon nach Deutschland: "...was ja verständlich ist.") Ähm, ja genau. Mein Limit war um 5 unsichtbare Euros überzogen, weswegen die Karte vom Autoverleiher abgelehnt wurde. Es war aber kein Problem direkt das Limit der Karte mit der Angabe des Geburtsdatum zu erhöhen -womit das Problem kurzfristig dann geklärt war. Notiz am mich selbst- endlich zu einer Ethischen Bank wechseln...

Mein ursprünglicher Plan sehr früh aus Johannesburg hinaus zu fahren und dem Verkehr zu entgehen war damit natürlich nicht mehr umsetzbar. Also erstmal was frühstücken und den Berufsverkehr abwarten. Patrick entscheidet sich für den "Bunny" und bekommt eine ausgehöhlte Hälfte Toastbrot mit Suppe. Hab ich so auch noch nie gesehen.

Der Weg von Johannesburg nach Norden (Limpopo) verändert sich dann nach und nach in das, was man von Postkarten und Filmen bereits von Südafrika /Afrika kennt. Mauern, Natodraht und klickende Stromzäume verwandeln sich in unendliche Weiten und hohes gelbliches Gras. Berge im Hintergrund, und eine Straße, die in am Ende des Horizontes zu flimmern anfängt.

Irgendwann geht es dann auch bergauf und bergab.Während Patrick prakmatisch emotionslos ist, muss ich jedes einzelne Mal kommentieren, wenn uns die endlos lange gerade Straße wieder auf eine Bergkuppe gebracht hat und man von oben nicht das Tal vor sich sieht. Ein bisschen wie Achterbahn fahren für langweilige Menschen mit hoher Adrenalinausschüttung.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Südafrika ist 120km. Wenn man sieht, dass alle alten Autos aus Europa hierher verschifft werden und den Zustand der Straßen sieht, kann man sich vorstellen, warum das so ist. Rechts und links von den Highways gibt es einen Streifen, der jeweils doppelt so breit wie die Straße ist und auf dem das Graße geschnitten oder verbrannt ist. Oder wie bei uns- gerade von Feuerwehrmännern mit Harken und Masken verbrannt wird. Die so geschaffene Rinne soll Buschbränden ggf. Einhalt gebieten. Direkt im Anschluss- in den meisten Fällen ein Wildtierzaun. Wir sehen erste Sträuße und auch eine Giraffe, die gebannt auf die Straße guckt.

Vaalwater lässt sich erstaunlich leicht finden. Das Zentrum ist ein Spar-Supermarkt und ein paar Läden um U angeordnet. Ein paar Häuser, Townships. Zielort des Tages- erreicht. Auto leicht staubig, ich erstaunt und Patrick erleichtert.

Wir wollen hier Letzia treffen, die uns das Projekt Kamatsogo vorstellt. In Kurzform passiert das auch. Shop Nummer 4 ist nämlich nicht nur Verkaufsfläche, sondern auch Workshoparea. Hier sitzen im aldenraum 3 Frauen an einem Tisch und sticken. Und es gibt auch noch ein Hinterzimmer. Wir verabreden uns für den folgenden Tag zum Interview.

Durch Letzizia lernen wir auch noch ein ganz anderes Afrika kennen- Ihr Haus steht nämlich atemberaubend schön an der Kante eines Abhanges. Wir sehen einen unglaublichen Sonnenuntergang, gefolgt vom intensivsten Sternenhimmel meines Lebens. Bei richtig gutem Wein mit dem lustigen Namen "Fat Bastard"

 

 

 

 

 

 


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