day 12

Posted on July 15th, 2017 by Schrüppe McIntosh
  • Unser Zimmer bietet keine Möglichkeit Essen zu lagern oder zuzubereiten. Wir haben unser Frühstück in der Stadt gegessen. Viele Häuser hier erinnern an alte amerikanische Filme. Auch viele der Autos scheinen denen entsprungen zu sein. Die meisten Straßenzüge sind nicht sehr einladend ( in den wenigen, in denen wir waren), aber manchmal muss man nur seine Position um zwei Meter verändern und hat eine traumhafte Sicht. Durban ist hügelig und manche Straßen sehen aus, wie eine Achterbahn. Ich habe anfangs gedacht, dass ich mich vertan habe, aber wir sind heute tatsächlich einer Gruppe spazierender Affen über den Weg gelaufen. Ein Spaziergänger hat uns darüber aufgeklärt, dass die aus dem Park "zu Besuch" kommen. 

Wir haben das African Art Centre besucht- ein MUSS! Leider darf man nicht forografieren. Im Eingangsbereich finden wechselnde Ausstellungen statt. Dann kommt man in unterteilte gut sortierte Bereiche in denen es von Perlenarbeiten, Weberei-und Flechtarbeiten oder Töpferei, Malerei, Skulturen, Schnitzerei, .....eigentlich alles gibt. 

Ich bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Ich hatte mir vorgenommen nichts in Südafrika zu kaufen, sondern neutral zu berichten, aber das geht nicht. Viele der Sachen kannte ich schon von Bildern, aber ich werde Ansichtsexemplare zu den Materialien und Formen, Mustern etc. mit nach Hause nehmen. Man muss es in der Hand gehabt haben und gesehen haben, wie unglaublich die Materialien und Techniken sind, die hier zum Einsatz kommen. Ich habe verschiedene gestickte Bilder gekauft, die mich fast zu Tränen gerührt haben. Die Frauen sticken ihre Namen auf die Bilder, aber zusätzlich fügen sie auch kleine handgeschriebene Zettel bei, auf denen sie ihre Arbeiten erklären. Das ist oftmals eine witzige kleine Anekdote, wie der Arztbesuch oder ein Streit unter Jungen - Alltagssituationen. Eine Arbeit war in Zulu geschrieben- offensichtlich, weil die Stickerin kein englisch spricht- ich habe mir das von Gloria übersetzen lassen:

" What makes me happy is that my big brother has planted banana tree which we sell at the market. This give us opportunity to hire other people so that we don`t sleep on a empty stomach"

Was mich glücklich macht, ist das mein Bruder Bananenpflanzen angebaut hat. Das gibt uns die Möglichkeit Leute einzustellen, und wir schlafen nicht mit leerem Magen"

Mit Gloria aus dem Laden sind wir in ein langes Gespräch gekommen und ich hoffe, dass wir die Erlaubnis ihrer Chefin bekommen eine Short Story hier zu drehen. Dieser Ort hat bereits soviel möglich gemacht und setzt sich auf sehr vielen Ebenen für die Künstler ein. Durch die stetige Suche nach Geldern und der Zusammenarbeit und Aus- und Weiterbildung, lange Zusammenarbeiten mit den Künstlern und internationalen Ausstellungen sind hier wirklich Arbeitsplätze geschaffen worden, die Familien ernähren. 

Außerdem konnten die Fähigkeiten der Künstler ausgebaut werden, so dass auch spezielle Wünsche der Kunden betreffend der Form, Farbe und des Materials- umgesetzt werden. Unglaublich spannend und etwas komplett anderes als ein Souvenirshop. Aus Deutschland kommend muss ich ehrlich sagen, dass die Preise mehr als niedrig sind für die angebotenen Stücke. Zwischen ca. 5Cent und ca. 300€ findet man hier Unglaublich schöne  Stücke. 

Wenn sich mir die Möglichkeit bietet, möchte ich als ModedesignerIn hierher zurück kehren und eine Zusammenarbeit anstreben. Mir sind heute einfach die Augen übergegangen. Habt ihr schon einmal etwas von Ndebele Loveletters gehört?!

Im Anschluss wollten wir einen Art Space in der Nähe besuchen, aber leider war der geschlossen. Ich bin nicht sicher, ob es sich hier um Werkstätten für Künstler handelt- wir konnten es leider auch nicht herausfinden...

 Momentan wohnen wir in der City (?), in der es niemals ruhig ist, morgen werden wir uns auf den Weg machen an der Küste übernachten. 


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